Voll, aber voll schön: Sonnenaufgang am Bromo-Vulkan auf Java

12.04.2018 12:31

Am Bromo-Vulkan, Java, Indonesien. Foto: Wolfgang Bürkle

Die Farben sind das Problem. Sie wirken wie aus einem Comic-Heft: künstlich, unecht, übertrieben. Doch sie sind da, direkt vor mir. Ich stehe am Rand einer riesigen Vulkan-Caldera und genieße am frühen Morgen den Sonnenaufgang über den drei kleineren Vulkanen Bromo, Batok und Semeru. Und erlebe, wie sich die Sonnenstrahlen geradezu unwirklich ihren Weg über die Landschaft hier in Ost-Java bahnen. Die Farben, in denen die Landschaft vor mir erstrahlt, sind mit nichts vergleichbar, was ich kenne - und auch der Blick auf das Fotodisplay macht es nicht besser: knalliges Grün in unzähligen Nuancen, dazwischen Orange und ein violett-bläulicher Himmel. Da hat die Natur den überspitzenden HDR-Effekt direkt mitgeliefert.  

Am Bromo-Vulkan, Java, Indonesien. Foto: Wolfgang Bürkle

Seit halb 3 Uhr in der Früh bin ich wach. Ich bin müde, mir ist kalt und ich bin hungrig. Ganz schlechte Voraussetzungen für mich. Eigentlich, denn der Sonnenaufgang am Bromo, das hab ich schon im Vorfeld gewusst, wird einer der Höhepunkte meiner Indonesien-Reise. Und darum die frühe Zeit. Das denken sich blöderweise allmorgendlich auch hunderte andere Touristen, die sich in einen der unzähligen Toyota-Jeeps setzen, vom Dorf Cemoro Lawang hinab in die Tengger-Caldera fahren, dort durch die "Sea of Sand" (viiiiel vulkanischen Sand), und ein paar Kilometer weiter wieder hoch auf den Rand der Caldera. Dort sind auf etwa 2700 Metern Höhe mehrere Aussichtspunkte, von denen sich der Sonnenaufgang wunderbar beobachten lässt. Wenn man sich denn durch den Stau der Autos, die vielen wuseligen Motorräder und die Menschenmassen hindurch gekämpft hat. Kaffee, Tee und Snacks werden hier von den indigenen Tengger verkauft, für die es nun zum Leben dazugehört, sich jede verdammte Nacht hier oben niederzulassen. Die Sonnenaufgangsromantik ist ein knallhartes Business. 
 
Am Bromo-Vulkan, Java, Indonesien. Foto: Wolfgang Bürkle
 
Ich habe irgendwie Glück. Die Verkäufer sind nicht aufdringlich, der ausgebaute Gehweg dank einiger greller LED-Strahler (auch von anderen Besuchern auf der Stirn getragen) gut sichtbar. Und, einmal vorne an der Brüstung angekommen, sind rund um mich herum an dieser Stelle bislang nur wenige Menschen. Ich kann in vollendeter Ruhe mein Mini-Stativ mit Kamera auf die Betonpfeiler der Absperrung stellen, weiter frieren und drauflos knipsen. 
 
Am Bromo-Vulkan, Java, Indonesien. Foto: Wolfgang Bürkle

Erst noch den schwarzen Nachthimmel mit unfassbar vielen leuchtenden Sternen und den Lichtern der Allradautos in der Caldera unter mir. Schließlich beginnt das Schauspiel der Sonne langsam im Osten (also links von mir), erst mit dem Hellerwerden des Horizonts, dann schimmern die Wolken lila und rosa. Das Licht des Tages kommt schnell, mit jedem Meter, den die Sonnenstrahlen sich nach vorne kämpfen, verblassen die Sterne, die gerade eben noch brillant den Nachthimmel schmückten, immer weiter in der Helligkeit. Die Vulkane vor mir, die man vorher nur erahnen konnte, treten aus dem Schwarz der Nacht hervor, erst als trübe, graugrüne Kegel zu erkennen, dann immer leuchtender werdend, bis sie sich in sattem hellgrün vor mir präsentieren. Die noch tief stehende Sonne betont die Furchen der Vulkane, faltig und tief wie eine Ziehharmonika. 
 
Am Bromo-Vulkan, Java, Indonesien. Foto: Wolfgang Bürkle
 
Die Tengger-Caldera wirkt nun wie die Landschaft eines außerirdischen Planeten. Die unwirklichen Farben, darin die leicht rauchenden Vulkane in einem Meer aus gräulichem Sand. Kann mich (auch als typischer Langschläfer) nicht erinnern, jemals einen spektakuläreren Sonnenaufgang gesehen zu haben. Oder Untergang. Mit der aufgehenden Sonne verschwindet zudem die Kälte - also weg mit der Kapuze, die Reißverschlüsse werden geöffnet. Und kaum sind wenige Minuten Helligkeit verstrichen, stehe ich plötzlich fast alleine an der Brüstung des Aussichtspunktes. Die meisten anderen Touristen haben sich bereits zu ihrem Jeeps begeben, um runter zu fahren und dann auf den Kraterrand des Bromo zu laufen. Da ich das aber am Vortag schon erledigt habe, kann ich nun einen Moment der Stille hier oben genießen. Währenddessen bahnt sich ein bunter Tausendfüßler in Form der Jeep-Kolonne den Weg durch die "Sea of Sand" und entlässt unzählige winzige Menschlein, die wie ein Ameisenheer zum friedlich vor sich hin dampfenden Bromo hinauf kriechen. Ich schieße noch ein paar weitere Fotos, beobachte, wie die Wolken weiterziehen und wie sich die Schatten der Vulkan-Furchen stetig ändern. Und mache mich schließlich auch auf den Weg, um im Stau der Jeeps zu stehen. 
 

Die Farben sind das Problem. Sie wirken wie aus einem Comic-Heft: künstlich, unecht, übertrieben. Doch sie sind da, direkt vor mir. Ich stehe am Rand einer riesigen Vulkan-Caldera und genieße am frühen Morgen den Sonnenaufgang über den drei kleineren Vulkanen Bromo, Batok und Semeru. Und erlebe, wie sich die Sonnenstrahlen geradezu unwirklich ihren Weg über die Landschaft hier in Ost-Java bahnen. Die Farben, in denen die Landschaft vor mir erstrahlt, sind mit nichts vergleichbar, was ich kenne - und auch der Blick auf das Fotodisplay macht es nicht besser: knalliges Grün in unzähligen Nuancen, dazwischen Orange und ein violett-bläulicher Himmel. Da hat die Natur den überspitzenden HDR-Effekt direkt mitgeliefert.  

 
Seit halb 3 Uhr in der Früh bin ich wach. Ich bin müde, mir ist kalt und ich bin hungrig. Ganz schlechte Voraussetzungen für mich. Eigentlich, denn der Sonnenaufgang am Bromo, das hab ich schon im Vorfeld gewusst, wird einer der Höhepunkte meiner Indonesien-Reise. Und darum die frühe Zeit. Das denken sich blöderweise allmorgendlich auch hunderte andere Touristen, die sich in einen der unzähligen Toyota-Jeeps setzen, vom Dorf Cemoro Lawang hinab in die Tengger-Caldera fahren, dort durch die "Sea of Sand" (viiiiel vulkanischen Sand), und ein paar Kilometer weiter wieder hoch auf den Rand der Caldera. Dort sind auf etwa 2700 Metern Höhe mehrere Aussichtspunkte, von denen sich der Sonnenaufgang wunderbar beobachten lässt. Wenn man sich denn durch den Stau der Autos, die vielen wuseligen Motorräder und die Menschenmassen hindurch gekämpft hat. Kaffee, Tee und Snacks werden hier von den indigenen Tengger verkauft, für die es nun zum Leben dazugehört, sich jede verdammte Nacht hier oben niederzulassen. Die Sonnenaufgangsromantik ist ein knallhartes Business. 
 
Ich habe irgendwie Glück. Die Verkäufer sind nicht aufdringlich, der ausgebaute Gehweg dank einiger greller LED-Strahler (auch von anderen Besuchern auf der Stirn getragen) gut sichtbar. Und, einmal vorne an der Brüstung angekommen, sind rund um mich herum an dieser Stelle bislang nur wenige Menschen. Ich kann in vollendeter Ruhe mein Mini-Stativ mit Kamera auf die Betonpfeiler der Absperrung stellen, weiter frieren und drauflos knipsen. 

Erst noch den schwarzen Nachthimmel mit unfassbar vielen leuchtenden Sternen und den Lichtern der Allradautos in der Caldera unter mir. Schließlich beginnt das Schauspiel der Sonne langsam im Osten (also links von mir), erst mit dem Hellerwerden des Horizonts, dann schimmern die Wolken lila und rosa. Das Licht des Tages kommt schnell, mit jedem Meter, den die Sonnenstrahlen sich nach vorne kämpfen, verblassen die Sterne, die gerade eben noch brillant den Nachthimmel schmückten, immer weiter in der Helligkeit. Die Vulkane vor mir, die man vorher nur erahnen konnte, treten aus dem Schwarz der Nacht hervor, erst als trübe, graugrüne Kegel zu erkennen, dann immer leuchtender werdend, bis sie sich in sattem hellgrün vor mir präsentieren. Die noch tief stehende Sonne betont die Furchen der Vulkane, faltig und tief wie eine Ziehharmonika. 
 
Die Tengger-Caldera wirkt nun wie die Landschaft eines außerirdischen Planeten. Die unwirklichen Farben, darin die leicht rauchenden Vulkane in einem Meer aus gräulichem Sand. Kann mich (auch als typischer Langschläfer) nicht erinnern, jemals einen spektakuläreren Sonnenaufgang gesehen zu haben. Oder Untergang. Mit der aufgehenden Sonne verschwindet zudem die Kälte - also weg mit der Kapuze, die Reißverschlüsse werden geöffnet. Und kaum sind wenige Minuten Helligkeit verstrichen, stehe ich plötzlich fast alleine an der Brüstung des Aussichtspunktes. Die meisten anderen Touristen haben sich bereits zu ihrem Jeeps begeben, um runter zu fahren und dann auf den Kraterrand des Bromo zu laufen. Da ich das aber am Vortag schon erledigt habe, kann ich nun einen Moment der Stille hier oben genießen. Währenddessen bahnt sich ein bunter Tausendfüßler in Form der Jeep-Kolonne den Weg durch die "Sea of Sand" und entlässt unzählige winzige Menschlein, die wie ein Ameisenheer zum friedlich vor sich hin dampfenden Bromo hinauf kriechen. Ich schieße noch ein paar weitere Fotos, beobachte, wie die Wolken weiterziehen und wie sich die Schatten der Vulkan-Furchen stetig ändern. Und mache mich schließlich auch auf den Weg, um im Stau der Jeeps zu stehen. 

Am Bromo-Vulkan, Java, Indonesien. Foto: Wolfgang Bürkle

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